Gewitterwolke

Cumulonimbus

Der Cumulonimbus ist ein gewaltiger, dichter Turm, der von tiefer Basis bis an die Obergrenze der Troposphäre reicht und meist von einem flachen Eisamboß gekrönt wird. Er ist die einzige Wolke, die Blitze erzeugt, und die Quelle von Hagel, Fallböen und Tornados.

Cb
Typische Höhe
Untergrenze 600–2.000 m, Oberseite häufig 12.000 m und höher
WMO-Abkürzung
Cb
Höhenstockwerk
Wolken mit vertikaler Entwicklung
Auch genannt
Amboßwolke

Woran du sie erkennst

  • Ein enormer Turm, weit höher als breit, oft aus vielen Kilometern Entfernung in voller Größe sichtbar.
  • Ein flacher, ausgebreiteter Amboß an der Spitze (Incus), vom Wind verweht, wo die Wolke die stabile Stratosphäre erreicht und nicht weiter steigen kann.
  • Ein faseriger, weich begrenzter oberer Teil — die Eiskristalle dort oben haben die scharfe Blumenkohlkontur des Cumulus verloren.
  • Eine dunkle, oft zerfranste Untergrenze mit sichtbaren Regenschleiern, manchmal mit abgesenkter Wolkenwand darunter.

Welches Wetter sie ankündigt

  • Kräftige Schauer, Donner und Blitz. Der Cumulonimbus ist die einzige Wolkengattung, die überhaupt Blitze erzeugt.
  • Hagel, plötzliche heftige Windböen und Fallböen sind möglich; die schwersten Exemplare bringen Tornados hervor.
  • Das Wetter ist heftig, an einem Ort aber kurzlebig — eine einzelne Gewitterzelle zieht meist binnen 20 bis 60 Minuten durch.

So fotografierst du sie

  • Fotografiere ihn aus der Entfernung. Direkt darunter siehst du nur Grau; Amboß und Turmstruktur sind erst aus mehreren Kilometern lesbar.
  • Nutze ein Weitwinkel und nimm einen tiefen Horizont mit — es geht im Bild gerade um die schiere vertikale Ausdehnung.
  • Tiefstehende Nachmittagssonne, die den Turm seitlich anstrahlt, ergibt den dramatischsten Kontrast vor dunklem Himmel.
  • Bleib für das Foto nicht im Freien. Wenn du Donner hörst, bist du bereits in Blitzreichweite.

Wissenswertes

  • Ein großer Cumulonimbus kann über seine Lebensdauer eine Energie freisetzen, die der einer beachtlichen Kernwaffe entspricht — nahezu vollständig als latente Wärme aus kondensierendem Wasser.
  • Der flache Amboß entsteht, weil der Turm auf die Tropopause trifft — eine stabile Schicht, die die aufsteigende Luft nicht durchdringen kann — und stattdessen zur Seite ausweichen muss.
  • Die stärksten Gewitter stoßen eine kleine Kuppel über den Amboß hinaus, den sogenannten Overshooting Top: ein Zeichen für einen außerordentlich kräftigen Aufwind.

Leicht zu verwechseln mit

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Cumulonimbus von Cumulus?

Sieh auf die Oberseite. Ein Cumulus hat einen knackigen, scharf umrissenen Blumenkohlkopf. Beim Cumulonimbus ist der Kopf zu Eiskristallen vereist: Er wirkt faserig und weich begrenzt und breitet sich meist seitlich zu einem flachen Amboß aus. Der Cumulonimbus ist zudem weit höher und unten deutlich dunkler.

Erzeugt jeder Cumulonimbus Blitze?

Nicht jeder, aber er ist die einzige Gattung, die es kann. Wenn du Donner hörst, ist ein Cumulonimbus verantwortlich. Manche bringen nur kräftige Schauer und starke Böen ohne elektrische Aktivität.

Wie hoch reichen Gewitterwolken?

In den gemäßigten Breiten häufig bis 12.000 Meter, in den Tropen können sie 18.000 Meter überschreiten — deutlich über der Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen, weshalb diese um solche Zellen herumfliegen statt darüber.

Nicht sicher, was du da siehst?

Richte dein iPhone zum Himmel und lass Wolken ID die Wolke benennen — mit drei bewerteten Kandidaten und der Begründung für jeden davon.

Laden im App Store